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Zupfbrot oder die Kunst des Liegenlassens

Es wird mit Fortgesetztem Alter immer öfter diese Blaupause, das Dahintreiben in Zwischenwelten, das Leben zum Wabern im Zwielicht. Ansätze kenne auch ich, aus Beobachtungen mir naher Menschen, die sich in diesem morbiden Feld des Entrückens befinden. Bewundernd seiner Ausgiebigkeit lasse ich es - und schalte das Licht aus. 

Vielleicht lässt ein neuer Tag den Menschen wiedererwachen und gebiert mehr als diesen tristen Beischlaf. ;)

FOTO-ZUTATEN zimmerwarm

  • 375 g Mehl
  • ½ Würfel Hefe
  • 40 g Rohrzucker & 1 TL
  • 35 g Kokosöl
  • 125 ml Kokosmilch
  • 100 g Apfelmus
  • 1 TL Salz
  • Außerdem:
  • 80 g Rohrzucker
  • 2 EL Kokosöl
  • 2 TL Zimt
  • Öl für die Form

 

Stell Dir Vor

Stell dir vor du hast jemanden kennengelernt und geheiratet. Hast wahnsinnig anstrengende Kinder bekommen.
Genauso muss es sein, denn es ist Jahre her, dass wir voneinander hörten. Du hast sicher vergessen wer ich war und erinnerst dich zu schwach an meine Schwächen. Hoffentlich.

Wenn ich mich neu vorstellen müsste, wäre das heute so: 42, verrückt genug das Laufen zu beginnen, in dem Moment, in dem die restliche Welt damit aufhört und sich stattdessen auf Steine werfen und Faustkampf umtrainiert.
G 20 – hier wird’s politisch. Aber statt tatsächlich was zu bewegen, bewegt sich mal wieder nix. Sind denn alle irre geworden? Währenddessen brennt Hamburg- Geschäfte werden ausgeraubt von offiziell unkapitalistischen Demonstranten. Gibt es eigentlich einen Tourismus für Krawalle?

Stell dir vor, du gehst mit 20 Kindern Zelten. Ich komme gerade von so einem Zelten, habe die windschiefe Hütte aufgebaut und einen Tag später wieder abgerissen. Das morsche Iglu ging wortwörtlich unter. Ich brauche ein neues Zelt.

Für dieses Alte war ich die 3. Frau, die vor Jahren an der Seite eines Mannes dort einzog. Gut dass wir ein Haus bauten, nein bauen ließen- kauften.


Nachts auf den Moordörfer-Äckern wird es feucht. Feuchtigkeit bringt Kälte und während in Hamburg also die Flammen tanzten, lagen wir, dreiundzwanzig, 60 km nord/östlich und froren unter klarem Sternenhimmel mit Blick auf den Vollmond, am letzten Tag des 3-Frauen-Zeltes.

Der Vater meiner Kinder 24 km weiter wusste nichts vom Spontanableben seiner geliebten Stoffbahnen und erhielt heute morgen von mir allein die Zeltstangen mit den Worten: „Mehr war nicht übrig.“

Ein Kapitel geht zu Ende. Ich hab ihm gesagt, dass ich das baugleiche Zelt meines Ex-Freundes auftreiben könnte, dort war ich die Erste Frau. Darüber war er empört. Ha! Köstlich. Spannend was auf einer Seite für Selbstverständlich gehalten wird, auf der anderen aber indiskutabel ist.

Wenn ich mich neu vorstellen müsste, wäre das heute so: 42, Zeltfrau 3 und die, die es abriss bis auf die Stangen.

Stell dir vor, trotz der Weite zwischen uns- unsere Erfahrungen würden sich decken. Was du erlebtest, was du suchtest und was du finden konntest. Es vergeht kein Tag, dass mir der Held nicht einfällt. Als ich klein war, habe ich mir so jemanden gewünscht, ich wünsche ihn mir jetzt für meine Kinder. Jemand Echten, der lebt was er sagt und fühlt was er meint. Ich denke in Zeiten in denen Unkapitalisten Unkapital aus Läden stehlen und Feuer machen, braucht es Helden. Uns sind die Vorbilder ausgegangen, die uns zu Rittern schlagen. Es braucht mehr den je- eine Hand, die hält was sie verspricht.

Ich bedaure sehr heute kaum noch Helden zu kennen. Sehe ich mich um, gibt es viel zu viel Feuer, weil viel zu wenige die Kälte aushalten können. Ich habe in einem meiner Bücher gelesen, dass es die Dunkelheit braucht- zumindest zum Träumen und Schlafen.

Stell dir nun vor, wir würden das Licht begrüßen, wenn wir wieder Aufwachen...

Eine Ganz Alte Feuchte Sache von 1902

SchirmLost Places II


Immer wieder ein Wahnsinns Gelände und unglaubliche Gebäude. Dieses Mal zwei Tage verlorener Platz und 7 Häuser. Darunter eine unterirdische Vernetzung zwischen Männer- und Frauensanatorium und noch tiefer, eine ganz eigene Familiengeschichte, weil meine Großmutter in genau dieser Klinik gesundet ist. Das ist lange her, aber nah genug mich auf die Suche zu machen.


Es ist nicht viel los auf den ellenlangen Fluren, manchmal ist man erschreckend lange allein in einem ganzen Haus voller Zimmer und Türen, die verschiedene Stadien des Zerfalls beherbergen und nichts weiter als uralten Staub, Trümmer und fallende Farbe.

Und es ist wunderschön, selbst durch den Dreck, sehen wir auf die unglaubliche Geometrie des Gebäudes. Sehen seine Knochen und das, wie durch Augen gespiegelte, Licht bricht sich in tausenden tanzenden Schatten an seinen Wänden.

Könnte mir vorstellen, dass man F o l ter/Kammern rand-f o l ;) mit eisernen Lungen, Inhalatoren, Belüftungsschlitzen und Sonnenterassen finden konnte- Damals!

Heute: bringt der Aufenthalt einem eher Tuberkulose ein und die Feuchtigkeit lässt manches leben- von dem man lieber hätte- es wäre tot!


Die letzten Bewohner dieses Hauses sind 'geschwunden', entweder hat die Liegekur ihr Bestes getan, oder das Tuberkel-Bakterium.
Es bleibt zu hoffen, dass der leichte Husten der mich, seit meiner Abreise von dort, begleitet, nicht so eine ganz alte feuchte Sache von 1902 ist

..und v o r mir geht.




Das Licht der Welt

Licht
Das ist das eine Ende der Welt. Das Andere ist hier.
Als Kind wollte ich Leuchtsterne an der Decke, weil ich das Licht der Welt sehen wollte, weil ich wissen musste, dass sie weiter existiert, selbst wenn ich längst schlafe.
Heute hab ich ein kleines Universum in mir. Ich brauch keine weiteren Lichter.
Auch ihr werdet Eure Sterne eintauschen.
Ich weiß es, weil ich euer Universum schon sehen kann!

Zwischen den Jahren

2012
2012 hatte viele Schatten.

Mein Vorsatz: Weniger davon.
Mehr Licht, mehr Liebe, Verzeihen und Hingabe.
Jedes Jahr ein bisschen mehr Ich und ein großes Stück mehr Wir !
Ich wünsche uns Allen den Frieden mit uns und unserem Gegenüber.

Euch Allen ein wunderbares Neues Jahr 2013!!