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In 10 Momenten

Die Lehrerin meines Sohnes hat heute den Kindern im Unterricht eine Geschichte aus einem Buch vorgelesen, erzählte mir Bela gerade. Und saß dafür auf dem Fensterbrett, weil das Licht dort besser war. Während sie so vorlas, legte sich einer der Bäume direkt hinter ihrem Rücken auf die Seite. Die Kinder stöhnten: "Ohhhh!" und seine Lehrerin, die nicht mehr sehen konnte, als die Buchstaben vor ihr, sagte: "Ja, das ist jetzt aber auch wirklich sehr spannend“ las gleich mit noch mehr Ausdruck und Freude für die Kinder, während das Bäumchen auf- und niederschwang und die Kinder mit Vorder- und Hintergrund mitfieberten.

Es war einmal, nein zweimal und mindestens ein Sturm der aufzog und nicht enden wollte, der kämpfte um jeden Moment. Was wenn wir unser Leben nicht in Jahre einteilen, wenn wir es in Momenten zählen würden. Inspiriert durch die Freundin meiner Tochter, versuche ich nun ihre Gedanken zu zählen. Was bedeutet es überhaupt älter zu werden? Was wenn wir in dem einen Moment noch Vordergrund der kleinen Zuhörer sind und zwei Momente später der Hintergrund, der vorliest. Bin ich all das schon jetzt!? So denkt sich Indira die Welt und träumt sich zwischen ihren Momenten erwachsen. Und fragt sich berechtigt, ist es wirklich so dass wir an Jahren wachsen, sind es nicht viel eher die Momente, die uns bejähren und feine Fältchen in unser Gesicht ziehen, die uns erwachsen werden oder ein ewiges Kind bleiben lassen. Eins mit Missionen, das tanzt, lacht und ... wie meine Freundin sagt. Oder eins mit Augen, dass man denkt, was hat dieser Mensch schon alles sehen müssen. 

Unzählige Momente oder auch nur ein Einziger, was wenn wir unser Leben in Momenten zählen würden und nicht in Jahren?

Die Welt zwischen Indira und Lina in 10 Momenten gezeichnet von Jule

Ein ganz kurzer Abriss oder bis Gras drüber wächst

In den Tiefen meines Kellers gewesen und mich wiedergefunden. Ich bin mächtig am Wirbeln, nehme alles auseinander und lege es neu zusammen. Das klingt wie Puzzeln, ist aber die Aufräumaktion des Jahrhunderts. Ich bin mal wieder dabei das unterste zu Oberst zu kehren und zu sehen- was ist das, was bleibt? War viele Wochen 42 Stunden mit allem beschäftigt, nur nicht mit den Sachen, die mich beschäftigen sollten. So landete mein Alter Ego im Keller zu dem Haufen Papier und entrümpelte sein Ich. Bin wieder da, unter 220 kg Altpapier auferstanden und viele Stunden reicher. Brauchst du Zeit? Ich verschenke sie. Ich mag den frischen Wind, der alles Alte zusammenpustetzueinemgroßenHaufenLaub. Wer entsorgt all das Blattwerk und wo wird es gelagert. Durchschnittlich braucht Gras 6 bis 7 Jahre, um Erde zu werden. Wie lange brauchen Blätter und wo wird diese ganze Erde aufbewahrt? In meinem Keller jedenfalls nicht. Bin in den Tiefen meines Kellers gewesen und hab wieder herausgefunden. Ich suchte etwas das Zeiten überdauert, an Orten die zuweilen dunkel sind und manchmal geborgen werden müssen, wie alte Schätze.