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Federn Lassen

Federn Lassen

Ein Huhn, auf das es nicht erschrecke
Lag einst auf meiner Federdecke
Es war gerupft und federlos
Zum Glück war's nicht sein Leder los
Sonst hätt's auch kaum könn' liegen
Es konnte schon nicht fliegen!
Ich selbst verdeckt vom Federkissen
Sprach dünn dem Vogel ins Gewissen
Wenn auch gedämpft, doch ehrlich-

"Hach ist das Leben herrlich!"

by M© Vision, 2017

Badetage

Ich hab noch nie Mückenlarven in meinem Wohnzimmer gefunden, also gibt's hier gar kein Wasser. Warum verstehen sie dann nicht, dass sie mit meinem Blut gar nichts anfangen können. Irgendwo an meinen Wänden sitzt jetzt die Mücke von heute Nacht und hält sich den Bauch, will unbedingt den Nachwuchs aufziehen. Ich bin mittlerweile ganz zerstochen von diesen Zweiflüglern auch ohne Teich in meinem Wohnzimmer. Dafür habe ich Schwärme von Fast-Müttern an meinen Wänden, die wahrscheinlich nur darauf warten, dass ich mir- Badewasser einlasse!

Wilde Schafsjagd

Wenn wir Reißzähne hätten, würden wir jagen können. Ich bezweifle allerdings, dass wir die Tiere mit bloßer Hand überhaupt fassen könnten. Ich hab allein nicht die Kraft eine Kuh auseinander zu nehmen. Vielleicht fehlt mir auch die Entschlossenheit. Sollte jemand auf die Idee kommen meine Innereien aufzurollen, könnte er sehen, woran das vielleicht liegt. Ich bin kein Fleischesser. Meine Organe sind nicht dafür ausgelegt. Es begann mit einer Idee. Auf was werden wir verzichten während der Fastenzeit. Nach 3 Vorschlägen konnten wir uns einigen. Fleisch. Also waren wir einen ganzen Tag Vegetarisch. Dann ging uns das lesen der Zutatenangaben auf den Keks. Also alles weg und selbstgekocht. Was könnt ihr denn jetzt noch essen, habe ich immer wieder gehört. Selbst nach anderthalb Jahren immer wieder die gleichen Fragen. Bekommt ihr auch alles? Wo kriegt ihr denn Eure Proteine her? Dann kann man ja nicht mehr in den Supermarkt gehen. Warum nicht? Wir haben Nichtveganer bekocht, die überrascht waren, dass das da auf ihrem Teller keine echte Bolognese gewesen sein soll. So haben wir angefangen immer verrücktere Dinge auszuprobieren. Wir haben den "Käse" selbst gemacht, "Wurst" und verschiedene Länder durchgekocht. Jule hat gebacken und falls sie doch nicht Biologie studieren sollte, kann sie immer noch Konditor werden. Ein wahnsinnig guter sogar. Nach 42 Tagen konnten wir damit nicht mehr aufhören, also blieben wir dabei. Blöd nur das ihr Schulpraktikum mal gleich bei einem Schlachter war. Ich hab Jule morgens zur Tür rausgeschoben und abends an der Schwelle wieder aufgefangen. Mit ihrem anschließenden Bericht hat sie eine ganze Schulgemeinschaft geschockt und das Publikum gerührt. Ich hab fast zeitgleich in der Klasse meines Sohnes gesessen und wurde auf die leckeren Mini-Würstchen hingewiesen. Als ich ablehnte kam dann die Frage, warum willst Du die nicht mal probieren? Ich esse keine Tierprodukte. Und dann ging das los was ich vermeiden wollte. "Wir kaufen nur Biofleisch vom Metzger meines Vertrauens. Wir haben aber auch viel Geld und können das." "Das ist gutes, gesundes! Fleisch." "Wir essen ja auch nur ein Mal die Woche Fleisch." (Ja aber Du isst doch da gerade Wurst, oder?) Und mit vollem Mund zurück "Das ist ja kein Fleisch." Ich kann mich selbst verarschen, das ist mir klar. Auch meine liebste Freundin Heike, bei der ich wöchentlich manchmal sogar zwei mal bin, schwört dass sie kaum Fleisch ist und legt sich zwei Salamischeiben extra aufs Brot. Voilá ! Fantastisch. Es gibt kaum ein Thema das nicht heißer diskutiert wird, das liegt auch daran, dass man beginnt sich um die eigene Ernährung Gedanken zu machen, wenn jemand zugibt, keine Tierprodukte mehr essen zu wollen. "Früher wären wir alle verhungert, wenn wir nicht Fleisch gegessen hätten." Kann alles sein, doch heute überlebt man gut ohne und wir sind fast gar nicht erstaunt darüber wie einfach uns der Verzicht fiel. Ich wünsche mir, dass die Kuh alt wird und auf der Wiese steht. Dass sie die Milch für ihre Kälbchen behält. Warum muss ich als Erwachsener noch Milch trinken? Warum mögen wir das überhaupt, denn wenn man mal eine Weile darauf verzichtet, schmeckt sie nicht mal mehr. Das ist Konditioniert. Ein Teil Familie geht über die Ernährungsgewohnheiten auf uns über. Is(s)t man also irgendwann anders, wirft das Fragen auf, die den Zusammenhalt gefährden. Wir sind nicht militant, zumindest bisher nicht. Es kann jeder essen was er mag, nur lasst unsere Töpfe aus dem Spiel. Auf diesem Klassentreffen da oben wurde ich als Extremist beschimpft. Ich hab nicht auf meine Klasseneltern eingeredet, das ist passiert weil ich schwieg. Weil ich dachte so entgehe ich dem Streit. Auch die einzig vegetarische Mutter sagte kein Wort. Warum trinke ich keine Milch, auch keine im Kaffee? Weil ich erwachsen bin! Meine Töchter sind stark, haben Diskussionen mit ihrem Biolehrer und ihren Klassenlehrern überstanden und sind weiterhin ganz sicher. Und seit schon einer Weile laden sich Freunde hier ein, weil sie doch mindestens genauso erstaunt sind, was man alles essen kann. Und genau dieser Schub hat ein paar ratlose Eltern zurückgelassen, weil ein Teil der Klassen jetzt auf Tierprodukte verzichtet. Letztendlich ist es doch egal was man is(s)t. Der Geist steht über der Materie ;-) Wenn ihr also glaubt, dass es Euch gut tut, dann Guten Appetit! Genauso auch denen, die sich einreden, dass Jagen ganz natürlich wäre. Ich finde in unserem ganz natürlichen Leben so manches unnatürlich. Dränge aber niemanden dazu Fleisch wegzulassen, wenn davon sein Leben abhängt. So wollen auch wir essen was uns gut tut und uns an der Kuh auf der Weide ganz ohne schlechtem Gewissen freuen. Und ich gebe zu, ich denke auch schon hin und wieder an einen Ausweg- nur würde ich auf meinem, gern ein paar Schweinen das Leben retten, diesen Schafen die Freiheit schenken und mir besonders die Besserwisser von Hals halten. C'est la vie - Bon appetit!