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Kartografiert

Ein Leben aus Punkten zusammengesetzt. Ein Leben zu müde um es ganz auszumalen? Eins das die Augen zukneift, wo es besser hinsehen sollte. 

Meine Tochter zeichnet Punkt für Punkt auf einer Karte ohne Land und Hilfslinien und irgendwann entsteht schwarz auf weiß, ganz neues Leben.

Papier ist geduldig und hoffnungslos weiß. - Bis man beginnt zu schreiben, zu zeichnen, sich Punkt für Punkt auszumalen, was möglich wäre. Ich hab die Tage Kafka gelesen und gelacht, aber all das nie ohne auch den Schrecken zu fühlen. Ein Leben das beginnt und sich ausbreiten möchte, sich ganz in allem fühlt, es ist niemand da, an dem es sich aufrichten kann. Es ist niemand da, in dem es sich fühlen kann, zu dem man Aufsehen könnte. Zu schnell verschwinden vertraute Menschen und Lebensmittel-Punkte. Dazu ein stetiger Wohnraumwechsel.

Das Leben gibt uns viele Interpretationsmöglichkeiten. Wir können es rabenschwarz sehen, das ist aber nur eine der Möglichkeiten. 

Wir dürfen an den neuen Morgen glauben, an einen Schlüssel der Türen öffnet und auf Öffnungen, in denen Menschen warten. Wir sehen morgens die Sonne aufgehen und abends unter und in all der Schwärze der Nacht, wissen wir doch vom Tag. „Morgen scheint die Sonne wieder“, hat meine Mutter zu mir gesagt, als ich ein Kind war, wenn es nicht gut lief, das Leben vor sich hin trödelte. 

Franz Kafka hat auf Max Brod’s Frage, alles klingt so düster, gibt es denn gar keine Hoffnung, geantwortet: „Aber ja! Es gibt sogar unendlich viel Hoffnung. Nur nicht für uns!“ 

Vielleicht war es eine zeitlich begrenzte Hoffnungslosigkeit, vielleicht eine Örtliche. Vielleicht war sie personeller Natur. 

Wir dürfen an den neuen Morgen glauben.

Papier ist geduldig und hoffnungslos weiß. - Bis man beginnt zu Schreiben, dann kann man den Text rabenschwarz lesen oder mit Humor und vielleicht beginnt man sogar während des Lesens so zu lachen, wie Franz Kafka es einmal während einer Vorlesung tat. Den Gerüchten zufolge sollen Frauen ohnmächtig geworden sein. Keine Legende allerdings: einige Zuhörer flüchteten aus dem Raum. Vielleicht dachten sie es trachte ihnen jemand nach dem Leben, wenn sie blieben, oder befürchteten wirklich ohnmächtig zu werden, während er schallend weiter lachte.

Meine Tochter punktiert ein Leben, vielleicht ihres und ich meines, aber noch anders als sie, ich bin nicht so geduldig. Und ich weiß, ihres wird ein Kunstwerk..

auf hoffnungslos weißem Papier.

Zupfbrot oder die Kunst des Liegenlassens

Es wird mit Fortgesetztem Alter immer öfter diese Blaupause, das Dahintreiben in Zwischenwelten, das Leben zum Wabern im Zwielicht. Ansätze kenne auch ich, aus Beobachtungen mir naher Menschen, die sich in diesem morbiden Feld des Entrückens befinden. Bewundernd seiner Ausgiebigkeit lasse ich es - und schalte das Licht aus. 

Vielleicht lässt ein neuer Tag den Menschen wiedererwachen und gebiert mehr als diesen tristen Beischlaf. ;)

FOTO-ZUTATEN zimmerwarm

  • 375 g Mehl
  • ½ Würfel Hefe
  • 40 g Rohrzucker & 1 TL
  • 35 g Kokosöl
  • 125 ml Kokosmilch
  • 100 g Apfelmus
  • 1 TL Salz
  • Außerdem:
  • 80 g Rohrzucker
  • 2 EL Kokosöl
  • 2 TL Zimt
  • Öl für die Form

 

Blaue Worte, Sand und Meer

Unsere Bibliothek und den Strand haben wir zurückgelassen. Sind heimgekehrt. Eine einzige Spinne rettete sich bis nach Deutschland und stieg zwischen Fehmarn und Plön aus.

145 km geradelt, 6 gejoggt, viele gegangen, gesammelt, gesehen und das Rauschen gehört. Wir haben englisch gelernt und gekocht, manchmal sogar gegessen. 400 Buchseiten gelesen, geschaukelt und in Sonnenuntergängen gebadet.

Wir sind vielleicht zurück- aber wir schwanken noch immer.

Für Zeiten

Der Sonne Licht,
es bricht sich nicht
Es trübt den Blick bei weitem
Selbst wenn ich mich nun weg beweg
Dann ist das nicht für Zeiten

Auch Sonnenlicht verdunkelt sich
Durch Wolken und durch Regen
Könnt ich mich doch vom Angesicht
Davon nur wegbewegen

Die Engländer sie fähren schon
Auf dieser weißen Fähre
Und eh ich mich jetzt wegbeweg
Sehn sie schon längst ins leere

Ins endlos große blaue Meer
So dacht ich nicht im Traume
Nun laufe ich doch hinterher
Und fahr auf ihrem Schaume

Bevor ich dort dann angelang
Lieg ich längst in Gedanken
Um die sich hier nach alter Mär
Schon die Geschichten ranken

by M© Vision, 2017

Gepolsterter BH

Wir haben diese leidliche Diskussion, Bela mag nicht essen. Er mochte noch nie gern essen. Zumindest keine Kartoffeln, kein Gemüse. Und Fleisch sowieso nicht. Also biete ich ihm immer mal wieder alles das an, was er eh nicht mag, damit er es ablehnt. Was geht ist Toast mit Nusscreme. Aber ist dort wirklich alles enthalten? Goggle ganz wichtige Spurenelemente in Nuss-Nougatcreme und finde

Vitamine
Vitamin A, Retinol, Beta-Carotin
Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9
Folsäure
Vitamin B12
Vitamin C, D, E und K

Mineralstoffe
Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Schwefel
 
Spurenelemente
Eisen, Fluorid, Jodid, Kupfer, Mangan, Zink

Aminosäuren
Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Cystein, Phenylalanin, Tyrosin, Threonin, Tryptophan, Valin, Arginin, Histidin
Essentielle Aminosäuren
Alanin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Glycin, Prolin, Serin
Nichtessentielle Aminosäuren
pflanzliches Eiweiß, Harnsäure, Purin-N


da ist alles drin, was mich aber keinesfalls beruhigt.
Am Abend spricht mich mein Jüngster dann an: "Du denkst ich kümmere mich nicht um meine Gesundheit. Du weißt gar nicht was ich alles tue. Ich mache 3 Push ups pro Tag."
Ich starre ihn an und zücke mein iPhone
Was mir Google dann ausspuckt, bestätigt meinen Verdacht.

push up
Webdefinition
Gepolsterter BH, der die Brust seitlich und von unten stützt, um die Form zu betonen und mehr Volumen zu simulieren.

Ja, jetzt bin ich auf jeden Fall beruhigt.

Das Leben ist kein Ponyschlecken



Das Leben ist kein Ponyschlecken- den hab ich gerade auf einem unserer Spaziergänge gehört. Der Patenonkel meiner Tochter hat den gebracht und ich hab so lachen müssen. So also hört es sich an, wenn ich Sprüche nicht zusammenbringen kann. Köstlich!

Ich hab sprachlich so manche Sonderheit. Das ärgert vor allem die Anderen. Ich mag es mich in eben diesen Sprachfehlern Zuhause zu fühlen. Zu wissen, dass es noch mehr Leuten so geht, macht mich dann schon fast wieder normal.

Bis jedenfalls zu dem Moment, in dem ich versuche ein Polaroid aufzuzoomen.