
Was bin ich? Ich will es zeigen. In meiner Kindheit habe ich nicht gesprochen. Ich blieb stumm für die Liebe in mir und den ganzen Scheiß. Ich bin so sprachlos wie möglich durch die Klassen gegangen. Was ich sah, hatte keinen Zugang. Zu nichts. Ich hab mir Gedanken gemacht. Warum ist das so? Was fehlt denen erst. Warum kann ich nicht..?
Ich kann bis heute manchmal nicht. Und ich wehre mich gegen Ignoranz. Auch das bin ich. Ich bin nicht zu haben, manchmal nicht mal für mich selbst. Aber ich fühle, immer!
Ich bin extrem, leider wirklich.
...es gibt Phasen, da trinke ich keinen Alkohol, dafür rauche ich. Das ist erstaunlich, weil ich eigentlich gar kein Raucher bin. Dann wechselt das wieder und ich trinke extrem viel Kaffee, esse aber nichts mehr.
Ich fahre viel zu schnell Auto und noch schlimmer Motorrad. Ich kletter in den Bergen und tauche am Limit. Lese mich tagelang durch unzählige Bücher und will nichts weiter hören, außer diese Stimmen in mir. Ich brauch auch Stille, jaaa! Ich muss mich fühlen, manchmal körperlicher und ich würde nicht sagen, dass ich lebensmüde bin. Ganz im Gegenteil! Ich will hier nicht weg, ich liebe es und ich lebe es! Selbst im größten Stress.
Ich will kein Spiel und hören was mein Gegenüber fühlt und wenn es keine Worte dafür gibt, dann geht auch Schweigen. Ich brauch es ehrlich und klar. Ich glaube an uns!
Wir können nichts falsch machen. Weil ich das, was ich bin, zeigen möchte und genau auch das was ich nicht bin, fühlen will. Die Teile, die dann noch fehlen- lasst sie uns entdecken.
Lasst uns gehen..
über dieses Stück hinaus.
'Ich geb mich mit Oberflächlichkeiten nicht zufrieden. Das langweilt mich. Ich brauch Tiefe, die findet sich nicht in der Leere dazwischen, die bewegt sich im Austausch. Sie bedingt sich und ich schreib Dir eine psychologische Abhandlung dazu, wenn Du es brauchst. Nichts ist sicher und für den Moment. Das sehe ich, wenn ich vor die Tür gehe, das sehe ich an Euch. Es regnet und es strahlt in ewigem Wechsel. Sieh her! - Es gibt Tage, da bleibt nichts übrig, kein einziger Tropfen Welt teilt sich mit, weil niemand auch nur ein Wort hat und von allein erbrechen sich nur die Menschen hier. Das ist schwer zu verstehen', warte auf die vollständige Entladung hinter Glas und denke darüber nach.
Manches trägt Dich und manches bricht ein. Brücken sind sie und völlig Zerstörte manchmal auch. Sie stürzen ein oder sie tragen Dich durch eine ganz schlimme Zeit und egal wie verfallen sie auch aussehen, für Jeden sind sie etwas anderes. Meine Träume fanden mich. Ich hab gar nicht gesucht. Sie fanden mich als ich in den Bäumen kletterte, in den 80ern, in knielangen Lederhosen. Sie verknoteten sich in meinen Haaren, als ich meine Kawa mit 180 über die Straßen fuhr und in diesem alten Wrack, dass ich betauchte, über mir 25 Meter Wasser, und in lauter aufsteigenden Blasen tanzte alles in mir nach oben.
Das Leben besteht aus Zahlen, sagt mein Sohn und zeigt auf den eiskalten Sternenhimmel. Das Leben besteht aus Buchstaben sage ich. Und ich schreibe ihm auf einer der beschlagenen Fensterscheibe ein Gedicht. Draußen überfriert langsam die Straße. Wenn wir unsere Gesichter ganz fest an die Scheibe pressen, sehen wir nicht nur die Erde atmen. Das Leben ist Musik sage ich und ich zeige auf mein Herz. Hier drinnen höre ich Dich, selbst wenn Du längst gegangen bist. Das Leben ist wie Milchglas, sagt mein Sohn, es ist undurchsichtig und manchmal hängt es schwer in der Luft. Aber dann höre ich Deinen neuen Ideen zu, wie sie auf der Scheibe quietschen und mir wird wieder warm.
Wir sind durch stachelige Sträucher gekrochen.
Ich finde Oxymorons an jeder Ecke, schlage ich das Vokabular meiner Freunde auf. Bin heiser vom Schreien. Kein Wort kommt mehr raus.