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Life is like milk glass

EiskaltDas Leben besteht aus Zahlen, sagt mein Sohn und zeigt auf den eiskalten Sternenhimmel.
Das Leben besteht aus Buchstaben sage ich. Und ich schreibe ihm auf einer der beschlagenen Fensterscheibe ein Gedicht.
Draußen überfriert langsam die Straße. Wenn wir unsere Gesichter ganz fest an die Scheibe pressen, sehen wir nicht nur die Erde atmen.

Das Leben ist Musik sage ich und ich zeige auf mein Herz. Hier drinnen höre ich Dich, selbst wenn Du längst gegangen bist.
Das Leben ist wie Milchglas, sagt mein Sohn, es ist undurchsichtig und manchmal hängt es schwer in der Luft. Aber dann höre ich Deinen neuen Ideen zu, wie sie auf der Scheibe quietschen und mir wird wieder warm.



Richtig Kalte Tage

KalteTageEine dünne Schneedecke überzieht uns seit Tagen. Es ist kalt hier.
Gehen wir raus, brauchen wir mehr als nur ein paar warme Gedanken.
Ein harter Winter- was bedeutet das eigentlich? Gibt es einen weichen Sommer?
Hart ist hier nichts, stattdessen glitzernder Schnee, glattes Eis und eisiger Wind.
Wenn all das zusammen kommt, ist es richtig kalt.

Wintertage Über Nacht

WintertageEs ist Winter! Und der kam über Nacht!!
Total zugedeckt!!
Alles weiß und gleich 5 Oktaven heller, wenns das gibt! Werde brauner, allein durch die Reflexion. Wahnsinnig schön!!
Ich les mich schrittweise in die Morsezeichen, die vor mir in den Schnee fallen. Weiche Punkte, die Eins werden mit ihrer Grundierung.
Es wächst Millimeter für Millimeter.
Genauso die Bereitschaft des örtlichen Winterdienstes meinen Fußweg zu streuen & so passiert es zum Ersten Mal in 10 Jahren, dass so ein Salzstreuer hier anhält und 10 kg Salz auf meine Eisfläche abkippt.

Ich steh Spalier und warte nun, dass einer der mutigen Fußgänger, die hier ihre Loipen ziehen, in diese weiche Schicht eintaucht. Bereit ihn zu retten!!

Es ist mutig sich das Leben genauSO vorzustellen!


Blickdicht

Müde!Das Jahr eilt mir hinterher. Ich vorneweg, bin schneller und ihm meilenweit voraus.
Es ist Dezember und ich bin müde. Könnte im Vorlauf die aufgeholten Tage zu Nächten machen und Vorschlafen. Alle zeitgleich.
Da wo ich sein will, bin ich zu spät. Wenn ich aufstehe- schläft alles, wenn ich schlafe- ist der Rest wach.

Es ist Winter. Eiskalt- und mein Atem kondensiert, wenn er mich verlässt. Einen Augenblick kann ich all das sehen, wie eingefroren steht es in der Luft,- all das was ich denke, was ich fühle, was mich treibt und genauso das, was mich zurückhält.

Und ich stell mir vor, alles was wir ausatmen,- was wir sind und noch viel mehr das, was wir nicht sein können, wird hier dieser dichte Nebel, der mich an manchen Tagen so einhüllt und nicht loslässt, dass ich mich sogar in meinen Träumen verfahre. Und ich kämpfe mich durch all die Gedanken meiner Mitmenschen morgens über Hamburgs Straßen. Blickdicht.

Was wenn das genauso ist?
Es ist verrückt, sich das Leben so vorzustellen?

...aber es ist nicht verrückt genug!